Welche gründe gibt es, sein eigenes Label zu gründen? Ist es nicht einfacher, sich einen Plattenvertrag zu sichern und die Arbeit von einer großen Firma erledigen zu lassen?
Davon abgesehen, dass es immer schwieriger wird, einen Vertrag mit einem Major-Label zu ergattern, ist es aus künstlerischer Sicht nicht immer sinnvoll. Oder um es mit Jay Kay, dem Sänger der Band Jamiroquai etwas derber zu formulieren:
Ich sage es frei heraus: Die Leute, die die Plattenfirmen führen, sind Arschlöcher! Sie bewerfen uns mit diesem Bullshit und wissen genau um ihre besondere Position, denn sie müssen den Künstler nicht mehr bei seiner Entwicklung begleiten. Nicht wie in der guten alten Zeit. Sie geben ihm einfach einen Scheiß-Deal.
(Quelle: laut.de)
Es gibt viele erfolgreiche Künstler, die den Weg des eigenen Labels gewählt haben, sich auch bei Angeboten der großen Plattenfirmen nicht beirren lassen und damit gut gefahren sind, wie zum Beispiel der US-amerikanische Singer/Songwriter Sufjan Stevens:
Wie ist denn dein Verhältnis zu deinem Label Asthmatic Kitty? Ist das noch ein täglicher Job von dir, bist du da noch richtig involviert?
Nein, nicht wirklich. Es gibt Zeiten, in denen mein Zutun wichtig ist. Aber generell möchte ich – und auch wir – meine Unabhängigkeit vom Label wahren. Ich versuche, ein guter Diener meiner Musik, ein Künstler auf dem Label zu sein. Kein Manager oder Besitzer. Wenn große Entscheidungen anstehen, dann bin ich immer gefragt und involviere mich auch. Aber das Label ist sehr gewachsen die letzten Jahre, und diese Tatsache hat sehr wenig mit mir zu tun.
Wenn es nach mir ginge, hätte das Label nur vier Bands oder so unter Vertrag. Ich wollte ja auch nie ein Label führen, sondern suchte nur nach einer Möglichkeit, meine Musik zu veröffentlichen. Und das kann ich jetzt ohne Probleme, ich habe alle Freiheiten. Ich bin nur selten involviert, selbst jetzt, wo meine Platte rauskommt, hält mich das Label bei fast allen Planungen raus. Publicity und so weiter, das planen sie, damit ich damit nichts zu tun haben muss.
Aber spätestens nach “Illinois”, wahrscheinlich schon vorher, müssen die großen Plattenfirmen doch bei dir Schlange gestanden haben, oder?
Ja, schon. Aber mich hat das nie interessiert, wirklich nie. Ich bin glücklich auf meinem Label.
Die Frage müsste ja auch heißen: Was könnten die dir bieten, was du dir nicht schon alleine aufgebaut hast?
Eben. Ich produziere meine Alben selbst unter sehr geringen Aufwandskosten, besitze alle Rechte meiner Musik. Was hätte das für einen Sinn? Ich finde immer, Musiker sollten sich ermutigt fühlen durch den Kollaps der Musikindustrie. Er hat dieses Unternehmensbollwerk entmachtet. Ich weiß überhaupt nicht, warum Bands jetzt überhaupt noch bei denen unterschreiben.
(Quelle: intro)
Weiterführende Fragen:Warum wurde Blisstone gegründet?
Wie gründet man sein eigenes Label?